Neue Nationalgalerie Berlin: Bodenfläche mit Spezialaufbau in durchgängigem Erscheinungsbild saniert
Eine herausragendes Beispiel der denkmalgerechten Grundinstandsetzung ist die Neue Nationalgalerie in Berlin. Der nach Plänen von Ludwig Mies van der Rohe 1969 fertig gestellte Bau wurde von David Chipperfield Architects fit für heutige Anforderungen gemacht und 2021 wiedereröffnet. Nach mehreren Jahren der Sanierung ist die Ikone der Moderne nach außen kaum sichtbar komplett ertüchtigt worden. Dies betraf auch die gesamte technische Gebäudeausrüstung samt Boden, Fußbodenheizung und das Grundleitungssystem in der Bodenplatte. Der Bodenaufbau erforderte besonderes Know-how, denn rund 4.000 m² Teppichboden sollten in den Ausstellungsbereichen auf einer beheizten Estrichkonstruktion in fugenloser Optik verlegt werden – trotz vorhandener Dehnfugen. Laut Denkmalamt war ein durchgängiges Erscheinungsbild in der Fläche unerlässlich.
Daten
| Gebäudetyp | Öffentliche Gebäude |
|---|---|
| Fläche | 4000 m² |
Teppichbodenverlegung ohne Fugen und schädliche Emissionen
Zudem waren ausschließlich Produkte verlangt, die den sogenannten Oddy-Test für die Verträglichkeit der Anwendung in Museen bestehen und keine schädlichen Emissionen verursachen. Uzin bot als einziger Anbieter eine passende Lösung und empfahl einen Bodenaufbau nach dem neuesten Stand der Technik – fachmännisch ausgeführt von der IB Fußbodentechnik Berman GmbH aus Berlin.
Die beheizte Estrichkonstruktion im Untergeschoss bestand aus rund 7 x 7 m² großen Feldern mit einzeln steuerbaren Heizkreisen. Die Herausforderung bestand darin, die Dehnfugen laut DIN 18365 aus der Untergrundkonstruktion in den Oberboden übernehmen zu müssen. Das Denkmalamt lehnte jedoch den Einsatz von Profilen klar ab, es wollte eine homogene Teppichfläche. Die Lösung war eine Aufbauempfehlung von Uzin, mit der der textile Belag durchgängig über die Dehnfugen verlegt werden konnte.
700 laufende Meter Fugen geschlossen auf beheizter Estrichkonstruktion
Dazu wurden nach dem Schleifen und Grundieren die Fugenbereiche jeweils ca. 30 cm links und rechts der Fuge angefräst, Dämmstreifen wurden auf gesonderte Art auf ca. 20–25 mm keilförmig heruntergeschnitten. Anschließend legte das Team Rissbrücken in die Fugen ein, die mit einem 2-K-PUR-Klebstoff verklebt wurden. Zum Abschluss wurden die Fugen vollständig mit dem Klebstoff gefüllt und noch einmal plan gespachtelt. Das Glasgewebe nimmt in Verbindung mit dem Klebstoff die Zugkräfte auf. Insgesamt ließen sich auf diese Weise ca. 700 laufende Meter Fugen schließen.
Nach der Trockenzeit wurde die gesamte Fläche noch einmal geschliffen und mit einer Schnellgrundierung grundiert. Um den Teppichboden vom Untergrund zu trennen, wurde anschließend eine Dämmunterlage vollflächig mit einem scherfesten Klebstoff verlegt. Sie entkoppelt und nimmt Bewegungen auf, zudem sorgt sie für besseren Gehkomfort, Maßstabilität und Trittschallschutz.
Spannungsarme Gips-Schnellspachtelmasse für ebenen Boden
Da die Teppichbodenverlegung einen sehr ebenen Untergrund verlangte, empfahl Uzin die selbstverlaufende Gips-Schnellspachtelmasse UZIN NC 112 Turbo, die einen hervorragenden Verlauf besitzt und glatte und homogene Oberflächen bildet. Rund 50 Tonnen wurden bis zu 150 m weit auf die Baustelle gepumpt und in einer Schichtdicke von ca. 5–10 mm aufgebracht. Nach ca. sechs Stunden war der Boden bereits belegreif. Aufgrund der Größe der Bodenfläche und der starken Frequentierung kam es auf die besondere Spannungsarmut und sehr hohe Druckfestigkeit (C40) der eingesetzten Schnellspachtelmasse an. Sie ist hoch belastbar, schnell belegreif und eignet sich für alle Bodenbeläge. Zudem ist sie sehr emissionsarm nach EMICODE EC1Plus, verfügt über EPD, den Blauen Engel und bestand den vorgegebenen Oddy-Test, mit dem die Verträglichkeit von Materialien für Museumsräume überprüft wird. Das Resultat im Ausstellungsraum überzeugte Verarbeiter und Auftraggeber: Ein ebener Untergrund und eine durchgängige Bodenfläche erlauben die volle Konzentration auf Architektur und Kunst.









